Meine Strategien

Ich handle unterschiedliche Optionsstrategien mit unterschiedlichen Zielen, hier stelle ich dir die Strategie kompakt vor und zeige dir, wann ich ich welche Strategie handle. Die Bedingungen für die Strategie selbst, sind auf der entsprechenden Strategie-Seite festgehalten. Hier findest du nur eine kompakte Zusammenfassung. Außerdem verrate ich dir, wieso ich überhaupt unterschiedliche Strategien handle und nicht nur eine einzige.

Meine gehandelten Strategien

Wheel-Strategie

Bei der Wheel-Strategie habe ich mich von Markus Heitkoetter und seinem YouTube-Kanal inspirieren lassen. Ich habe aus seinen Videos ein für mich passendes Regelwerk definiert und das für mich passende Werkzeug entwickelt. Aktuell fokussiere ich mich auf die Strategie, da ich sehr viele Erfolgserlebnisse damit habe. Basis der Strategie ist eine definierte Buying Power, die auf fünf Positionen aufgeteilt wird. Das macht die Verwaltung recht einfach. Ein zentrales Element der Strategie ist die Andienung. Damit trägt man das volle Gewinn und Verlustrisiko des Underlyings. Daher sollten nur Underlyings damit gehandelt werden, die man auch wirklich im Portfolio haben möchte und auch bereit ist, diese länger zu halten.

Ich handle die Strategie, wenn ich ein Underlying mit passendem Chancen Risiko Verhältnis und passendem Strike finde und dessen implizite Volatilität auch nach dem Verkauf eines Cash Secured Puts noch genug Volatilität hat, dass man auch Covered Calls dagegen schreiben könnte.

Aktuell fokussiere ich mich auf die Strategie und suche gezielt nach Trades. Daher findest du viele Wheel-Trades in meinem Tradertagebuch.

CSP45-Strategie

Bei der CSP45-Strategie handle ich nur Underlyings, die eine extremere Kursbewegung Richtung Süden gemacht haben (ein Down-Day) und eine implizite Volatilität von mindestens 65% aufweisen. Die Grundlagen für die Strategie und das Regelwerk stammen aus der Tastyworks-Welt. Tastyworks ist ein Broker, der sich auf den Optionshandel spezialisiert hat. Der YouTube-Kanal und die Webseite von Tastyworks liefert sehr viel Fachwissen und Best Practices für den Optionshandel. Grundelement der Strategie ist ein Cash Secured Put mit einem Verfallsdatum, dass ca. 45 Tage in der Zukunft liegt.

Eine Andienung ist bei dieser Strategie nicht geplant. Es geht rein um die Prämieneinnahme. Ebenso ist es üblicherweise nicht geplant, den Trade tatsächlich bis zur Expiration zu halten. Die größere Kursbewegung sorgt für höhere implizite Volatilität, was den Preis für Puts nach oben treibt. Häufig kommt es bei der Strategie dazu, dass man in wenigen Tagen einen größeren Anteil der Prämie vereinnahmen kann. Sollte der Kursrutsch weitergehen, wird der Trade entweder beendet oder das Underlying wird angedient. Welche Lösung gewählt wird, hängt von der impliziten Volatilität und dem Underlying ab.

SSG45-Strategie

Bei der SSG45-Strategie handle ich nur Underlyings, die sich in einem Range bewegen und bei denen ich keine größeren Kursbewegungen erwarte. Bei der Strategie verkaufe ich Optionen als Short-Strangles. Es reicht eine gemäßigte implizite Volatilität aus um diese Strategie zu handeln. Mindestens auf einer Seite muss es einen real existierenden Wiederstand geben. Die andere Seite kann auch über Fibonacci Retracements oder Fibonacci Extensions definiert sein. Die Short-Strangles handle ich ebenfalls nach den Regeln von Tastyworks wobei ich der Call-Seite tendenziell mehr Spielraum gebe. Hier sehe ich das größere Risiko.

Weshalb handle ich unterschiedliche Strategien

Auch wenn ich mich aktuell auf die Wheel-Strategie fokussiere, handle ich mehrere Strategien. Ich hatte ja in der Einleitung schon erwähnt, dass ich bei den Strategien unterschiedliche Ziele verfolge. Ich habe jedoch nicht verraten, welche Ziele ich genau damit erreichen möchte. Daher möchte ich sie dir hier erläutern.

Diversifikation

Die Wheel-Strategie schränkt mich sehr stark auf Werte ein, die ich wirklich haben möchte und die ich auch bereit bin lange zu halten. Zusätzlich müssen noch zahlreiche weitere Kriterien erfüllt sein für Wheel-Trades, so muss z.B. ein Strike gefunden werden, der genug Prämie abwirft. Man ist daher oft recht nahe am Geld wenn man Optionen verkauft und man muss auch nach passenden Wheel-Trades explizit suchen.

Die CSP45-Strategie und die SSG45-Strategie bieten mir eigentlich fast täglich die Möglichkeit einen Trade aufzusetzen. Man bekommt viele Signale. Das ist beim Wheel nicht der Fall.

Die Diversifikation findet also also nicht nur auf Basis der Underlyings statt, sondern auch auf Basis der Strategien. Die SSG45-Strategie lässt mich auch vom Zeitwertverfall auf der Call-Position profitieren. Hier muss ich keine bullische Einstellung haben, sie kann auch leicht bärisch oder seitwärts sein.

The old way of diversification was based on asset class. Examples of this would be stocks and bonds. The new tastytrade way of diversification is based on strategy, using different strategies with different probabilities of success and different return on capital, both long and short deltas strategies to create an overall portfolio that matches your assumptions.

Twenty tastytrade Trading Commandments

Kapitalbindung

Wird mir beim Wheel ein Underlying angedient, wird pro Position viel Kapital gebunden. Gibt es einen Kursrutsch und ich muss Rescue Missions bei der Wheel-Strategie fahren, kann man einen großen Prozentsatz seines gesamten Kapitals auf einmal verlieren.

When too much buying power is allocated to a single position or even just a few positions, that account is too concentrated to gain any statistical edge.

10 Reasons to be a tastytrader | Trade Small Trade Often

Übersetzt heißt dass in etwa: “Wenn zu viel Kaufkraft auf eine einzige Position oder sogar nur wenige Positionen verteilt wird, ist dieses Konto zu konzentriert, um einen statistischen Vorteil zu erlangen. ” Dies bedeutet, man soll nicht zu viel Kapital auf einzelne Positionen verteilen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktie rauf oder runter geht, liegt bei 50%, trotz aller Charttechnik. Man sollte daher nur so 1-2 % seines Kapitals pro Position verwenden. Beim Wheel sind es bei 5 Positionen 20%. Es ist also eine sehr aggressive Strategie was den Kapitaleinsatz entspricht und dem Leitspruch “Trade small, trade often” von Tom Sosnoff, dem Gründer von meinem Broker Tastyworks, widerspricht. Geht ein Wheel-Trade richtig schief, verliert man viel Kapital. Daher ist es sehr wichtig, nur Underlyings auszuwählen die man wirklich zum gewählten Strike Preis haben möchte.

Auch wenn beim Link im obigen Zitat ebenfalls ein Video zu finden ist, hier noch ein deutschsprachiges kurzes Video von Jens Rabe zu “Trade small, trade often”.

Warum dann überhaupt Wheel-Trades?

Wheel-Trades sind für mich Trades auf ein langfristig ausgerichtetes Depot. Es handelt sich bei Wheel-Trades daher eher um ein Zwitter-Trading. Die Optionsprämie verzinst mein eingesetztes Kapital in meinem langfristigen Depot kontinuierlich. Dafür gehe ich das Risiko ein, einen Wert unterhalb einer Widerstandsmarke mir ins langfristige Depot zu holen. Bricht ein Widerstand, ist das ja laut Charttechnik ein negatives Signal. Damit hole ich mir Schwäche ins Depot, statt Stärke. Daher muss man bei Wheel-Trades auch mit längeren Haltephasen und Kursrücksetzern nach dem Einstieg rechnen. Die Covered Calls federn allerdings die zu Beginn entstehenden Kursrücksetzer ab. Daher sind mir Wheel-Trades, bei denen weitere Widerstandsmarken unterhalb meines Strikes zu finden sind, meine Lieblingstrades.

Wheel-Trades geben mir darüber hinaus noch die Möglichkeit an Kursentwicklungen des Underlyings während der Haltephase zu profitieren. Den Werten bin ich ja bullish gegenüber eingestellt. Wichtig ist jedoch, dass man keine Verluste mit dem Underlying macht, daher sollte man das Underlying so lange halten, bis einem das Underlying weggecalled wird. Das sollte am besten noch zu einem Preis passieren, der oberhalb meines Einstiegskurses liegt.

Mit den CSP45- und SSG45-Strategien verfolge ich nicht das Ziel der Andienung sondern eher des kontinuierlichen Fluss an Einkommen. Daher verwende ich hier Trading Kapital, statt das Kapital für das langfristige Depot.

Für Trader die z.B. in einer Trading GmbH handeln ergibt sich bei Wheel-Trades der Vorteil, dass Kursgewinne nur mit 1,5% versteuert werden. Wheel-Trades können den üblichen Steuersatz auf die gesamten Trading-Gewinne von ca. 30% Körperschafts- und Gewerbesteuer daher maßgeblich reduzieren. Hier kann es z. B. Sinn ergeben, Optionen mit Verlust zurückzukaufen, wenn sich dafür die Gewinne im Underlying steigern lassen. Angenommen man hat z.B. einen Covered Call laufen und zur Expiration würde man das Underlying weggecalled bekommen, macht es Sinn die Option zurückzukaufen, das Underlying zu verkaufen und den Kursgewinn zu verbuchen. So verschiebt man Gewinne hin zu einer günstigeren Besteuerung.

Warum verkaufe ich nur Optionen und sichere mich nicht ab?

Das hat mit einer Steuerreform zu tun. Seit 2021 können Verluste aus Long-Positionen nur noch mit Gewinne verrechnet werden, bis zu einer Grenze von 20.000€. Den Sinn dahinter verstehe ich nicht, da diese begrenzte Verlustverrechnung nur fürs Trading im Privatvermögen gilt. Das handeln von Credit-Spread-Strategien, wie zum Beispiel einem Iron Condor, ist damit schnell ein Ende gesetzt. Der Gesetzgeber zwingt also Privatinvestoren bzw. Trader ohne Fallschirm zu traden oder das Trading einzustellen. Wieso das jetzt dem Schutz von Privatinvestoren helfen soll, ist mir und fast allen anderen in Deutschland steuerpflichtigen Optionshändlern unverständlich. Viele haben daher eine Trading-GmbH gegründet. Da es jetzt vorkommen kann, dass man beim Spread-Trading auf 10.000 € Gewinn, 50.000 € Steuern zahlen muss, ist hier das Netto-Prinzip außerkraft gesetzt worde. Verfassungsklagen und Petition

Du fragst dich sicherlich, warum ich dann keine GmbH gegründet hab. Die Antwort ist recht einfach. In der GmbH werden Optionsgewinne üblicherweise höher versteuert als im Privatvermögen. Für Kursgewinne gibt es in der GmbH jedoch nur 1,5% Steuern. Ich möchte für mich erstmal selbst rausbekommen, wie hoch der Anteil an Optionsgewinnen vs. Kursgewinnen ist, daher findest du in meinem Tradertagebuch auch eine Prozentangabe zu Kursgewinne vs. Optionsgewinne.

Hier läuft aktuell eine Petition zur Streichung der Änderung: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2021/_06/_06/Petition_124097.html